Wenn vor Ihrem geistigen Auge Bilder ablaufen, wie jemand Loks und Wagen aus der Packung nimmt, hintereinander aufgleist, miteinander verkuppelt und in Rekordgeschwindigkeit den Abfahrauftrag erteilt, dann sind Sie im falschen Film.

Vergessen Sie erst einmal alles, was nach den Worten »aus der Packung nimmt« folgt. Zunächst liegen den meisten Modellen sogenannte Zurüstteile bei. Das sind beispielsweise Griffstangen, Teile der Bremsanlagen oder Kolbenstangenschutzrohre. Sofern diese den Dauerbetrieb nicht stören, werden sie angebaut, und danach folgt jedes Modell dem Ruf ins AW. Eine Vielzahl fabrikneuer Fahrzeuge ist weder im Vorbild noch im Modell überzeugend, so dass unser »Alterungswerk« jedes Fahrzeug entsprechend patiniert. Dazu müssen die Modelle zerlegt und nach der Alterung wieder zusammengebaut werden. Die Achsen der Wagen sind noch mit Widerstandslack zu bestreichen, das sorgt für eine sichere Rückmeldung. Erst jetzt dürfen Lok und Wagen aufgegleist und miteinander verkuppelt werden. Bei einem kürzeren Güterzug von Lok und 15 Wagen wäre dann seit dem Öffnen der Schachtel ungefähr eine komplette Arbeitswoche vergangen, den Abfahrauftrag erhält der Zug auf der Modellbundesbahn aber noch nicht. Zunächst müssen seine Zugfahrten programmiert und dann getestet werden. Bei einem Durchgangsgüterzug mit Lokwechsel (Was ist das? Siehe hier) ist die Betriebsprogrammierung noch komplexer.

Am Schwierigsten ist die Bildung von Nahgüterzügen

Ein Schritt auf dem Weg dahin ist eine Übergabe, die zwei gedeckte Güterwagen von Ottbergen nach Herste bringt. Hier sehen Sie, wie die Lok die Wagen in Ottbergen abholt, wie sie die Wagen zum Wechsel der Fahrtrichtung umfährt. Nach der Fahrt durch das typische Weserbergland setzt die Lok in Bad Driburg um und überführt die Wagen in einer Sperrfahrt in die Herster Ausweichanschlussstelle. Selbst einzelne Wagen werden rangiert ...

... und das ist der Auftakt zum Spektakel schlechthin!